Wie wirkt Koffein?

Verfasst von Kathi

"Hallo, ich bin Kathi und studiere Biologie und Umweltwissenschaften im Master. Ich trinke für mein Leben gerne Kaffee und interessiere mich für alles um das Thema nachhaltigen Kaffeeanbau und Agroforstwirtschaft. Viel Spaß beim Lesen meiner Artikel!"

August 22, 2020

Koffein im Körper

Kaffee oder Tee? In Deutschland entscheiden sich 90% für eine Tasse Kaffee: macht insgesamt 320 Millionen Tassen täglich – zum Frühstück, im Büro oder beim Kaffeeklatsch. Kaffee ist damit hierzulande – noch vor Bier – das Volksgetränk Nummer eins.

Kaffee wird vor allem wegen seiner anregenden Wirkung genossen. Hauptwirkstoff ist dabei das Koffein. Es steigert die Wachheit und Konzentrationsfähigkeit. Das kann morgens helfen, um den Kreislauf anzuregen oder die Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz oder beim Autofahren erhöhen. Jetzt konkret: Koffein funktioniert als Wachmacher, weil es ein Molekül blockiert, das müde macht – Adenosin. Weil sich die beiden Moleküle ähneln, kann Koffein im Gehirn die Adenosin-Rezeptoren besetzen. Und so verhindern, dass der Körper Müdigkeitssignale erhält. Diese Wirkung erreicht nach ca. 30 Minuten ihr Maximum und kann ein bis zwei Stunden anhalten.

Gleichzeitig stimuliert Koffein das zentrale Nervensystem und sorgt so dafür, dass die Hormone Adrenalin und Cortisol vermehrt ausgeschüttet werden – Stresshormone, die den Körper zum Beispiel bei Gefahr schützen. Sie aktivieren Schutzmechanismen des Körpers: Verengen die Blutgefäße, lassen den Blutdruck steigen, auch die Sauerstoffversorgung der Zellen verbessert sich. Das gesamte Herzkreislaufsystem wird angeregt.

Die Konsequenz: Der Körper wird wachsamer und leistungsfähiger, du fühlst dich fitter und kannst dich besser konzentrieren.

Allerdings ist die Stärke der Wirkung abhängig von individuellen Faktoren. Schwere Menschen verarbeiten Koffein meist etwas langsamer als leichtgewichtige, ältere sind empfindlicher als junge und bei Frauen wirkt die Substanz oft doppelt so lang wie bei Männern. Auch bei Nichtrauchern sinkt die Konzentration von Koffein im Körper langsamer als bei Rauchern. Aus diesen Gründen reagieren manche Menschen auf Kaffee mit Schlafstörungen und andere nicht. Wer ohnehin oft schlecht schläft, sollte entweder ganz auf Kaffee verzichten oder die letzte Tasse am frühen Nachmittag trinken.

 

Quellen:

Mets, M. A. J., Baas, D., Van Boven, I., Olivier, B., & Verster, J. C. (2012). Effects of coffee on driving performance during prolonged simulated highway driving. Psychopharmacology222(2), 337-342.

Heaton, K., & Griffin, R. (2015). The effects of caffeine use on driving safety among truck drivers who are habitual caffeine users. Workplace health & safety, 63(8), 333-341.

Butu, A. (Eds.). (2019). Caffeinated and Cocoa Based Beverages: Volume 8. The Science of Beverages. Woodhead Publishing.

Farah, A., & dos Santos, T. F. (2015). The coffee plant and beans: An introduction. In Coffee in health and disease prevention (pp. 5-10). Academic Press.

Ribeiro, J. A., & Sebastiao, A. M. (2010). Caffeine and adenosine. Journal of Alzheimer’s Disease20(1), S3-S15.

Stuiber, G. (2006). Studie zur Untersuchung der Auswirkungen von Koffein auf den Pupillographischen Schläfrigkeitstest bei gesunden Probanden.

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